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"Donnerstag" sein Weg vom Steppenrind - Kalb zum Zugrind

Donnerstag das Ungarische Steppenrind

Vom Steppenrind - Kalb zum Zugrind, Bild Nr. 1

Vom Ungarischen Steppenrind – Kalb zum Zugrind

Vom Steppenrind - Kalb zum Zugrind, Bild Nr. 1

Sechs Monate alt, nach dem Tod seiner 18-jährigen Mutter, holten wir "Donnerstag" an einem Donnerstag aus der Herde.


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Nach zwei Tagen ließ er sich putzen und ich begann mit dem Führtraining. Der Ziegenbock "Hugo" war ab jetzt sein Gesellschafter.


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Ein Rind sollte nur eine Bezugsperson haben, sich aber so früh wie möglich an seine zukünftige Umwelt gewöhnen (Menschen, Hunde, Maschinen usw...).
Kein Verspielen und keine Leckerli durch andere Personen!


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Spaziergänge und möglichst tägliche Zuwendung sind unerlässlich und bringen Freude.

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Wie mit allen Tieren muss man bei der Arbeit immer wieder das Erlernte festigen und neue Anforderungen stets auf das Wesen und die Bereitschaft des Tieres abstimmen - und zwar so, dass es über Lob lernt.
Nicht gewünschtes Verhalten ignorieren. Da gibt es eben keine Möhre.
Geschickt Grenzen setzen. Nur auf einen "Kampf" einlassen, den ich gewinnen kann.

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Autorität durch Kompetenz!
Nicht durch Gewalt Vertrauen zerstören!

Sobald "Donnerstag" sich führen, anbinden, putzen ließ, habe ich ihn mit Bauchgurt( nicht fest gegurtet) geführt und auch frei laufen lassen.
Den Sommer über hatte ich wenig Zeit für "Donnerstag", so dass sich der Kontakt meist nur auf das Füttern und das Führen von einer zur anderen Koppel beschränkte. Ab und zu bürsten und Fuß geben.


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Ab September, "Donnerstag" nun etwas über ein Jahr alt, führte ich ihn ca. zwei mal pro Woche mit Gurt und Decke. Wenn wir wieder im Stall waren, probierte ich Joch und Kummet an. Dabei bekam er Kraftfutter. Hatte er aufgefressen, schirrte ich ab und er war entlassen.

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Übrigens, ich führe Donnerstag mit einem Kuhhalfter aus Gurtband und einer Kinnkette. Um ihn besser dirigieren und auch etwas hinter ihm laufen zu können, führe ich ihn nun bei der Arbeit mit einer Holzstange. Ziel ist es, ihn später mit Leine von hinten zu fahren.


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Steppenrinder sind spätreif und erst mit sechs bis sieben Jahren ausgewachsen. So hat man für die Ausbildung mehr Zeit, bevor sie zu schwer und kräftig werden. Mit einem schneller wachsenden Rind hätte ich mir den Sommer ohne Training wahrscheinlich nicht erlauben können.


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Mit eineinhalb Jahren wurde Donnerstag kastriert und ich begann, ihn einzufahren. Dabei kam mir mein Freund Klaus zu Hilfe und gemeinsam bereiteten wir "Donnerstag" auf das Anspannen vor. An das Reiben der Stränge an den Beinen und den Zug am Kummet hatte ich ihn schon gewöhnt, immer während er sein Kraftfutter fraß.

Nach dem Donnerstag über Futter und einfühlsamer Kontaktaufnahme den zweiten Mann akzeptiert hatte, konnten wir mit dem Zug und dem Schleifgeräusch des Ortscheides beginnen. Beim ersten Loslaufen legte sich Donnerstag erst mal bockig hin. Doch eine Möhre lockte ihn wieder hoch und er gewöhnte sich dann schnell an die neue Situation.

Nach zwei bis drei Spaziergängen dieser Art kam eine kleine Schleppe dazu. "Donnerstag" hatte keine Einwände.
Klaus hielt zur Sicherheit die Schleppe hinten mit einem Strick, um zu vermeiden, dass beim schnellen Stoppen oder Losspringen die Schleppe in die Beine schliddert und damit bei Problemen sofort eingegriffen werden kann.
Alles ging gut.

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Von nun an fahren wir zwei bis drei mal die Woche mit der Schleppe durch Dorf und Wald. Wobei Donnerstag im bekannten Teil des Dorfes seine Arbeit gut macht, doch in fremder Gegend skeptisch ist und bei Hindernissen wie bellenden Hunden, Fahrrädern oder spielenden Kindern stehen bleibt und mit Nachdruck ( Rücken massieren, dosiertes Klopfen mit dem Stock) zum Weiterlaufen gebracht werden muss. Auf dem Heimweg ist er dann sehr flott. Im Wald entspannt er sich und zieht gleichmäßig durch. Bei Schnee kann sich Klaus ab und zu auf die Schleppe stellen, ohne dass es "Donnerstag" beeindruckt.

Nächste Etappe Wagen

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Nachdem wir endlich einen „maßgeschneiderten Wagen“ für unseren Donnerstag gefunden hatten, Bremse und Einspännerscheren an unsere Voraussetzungen angepasst waren, begannen wir mit der neuen Herausforderung.
Vor dem Anspannen an den Wagen, fuhren wir erst eine Runde mit der Schleppe.
Nach dem Donnerstag locker und entspannt genug war, hielten wir neben dem Ponywagen an, um das Gefährt zu wechseln.
Den Wagen hatten wir ihm vorher beim Vorbeifahren schon gezeigt. Jetzt musste er da irgendwie dran.
Da Donnerstag noch viel Respekt vor Klaus hatte, musste ich Donnerstag allein festhalten und gleichzeitig anspannen. Er ließ sich rückwärts in Scheren schieben, so dass Klaus am Wagen die Stränge ins Ortscheid einhängen konnte und ich die Scheren am Geschirr befestigte.Auf „Komm!“ gings los. Die ersten 30m etwas flott dann ok. Klaus tarierte den Wagen anfangs bei nicht ganz gleichmäßigen Zug aus.
Beim ersten Anspannen hatte der Wagen am Ochsen noch zu viel Spiel, so dass am Geschirr und an den Scheren nachgebessert werden musste. Die Scherriemen wurden gekürzt mit Schnellver-schnallung (Rollschnalle an der Schere und der passende Riemen am Rückzeug des Ochsen) versehen.

Vor den nächst, folgenden, fünf Wagenanspannungen fuhren wir Donnerstag immer mit seiner gewohnten Schleppe etwas ab und spannten dann an den Wagen um.
Um die Geduld Donnerstags beim Anspannen zu fördern, hält Klaus ihm eine Futterschüssel mit etwas Quetschhafer vor die Nase. Das hat zwei Effekte erstens: fasst er mehr Vertrauen zum zweiten Mann und zweitens: kann er das Anspannen kaum erwarten.

Schnell wurden Anspannung und Wagenfahrten selbstverständlich.
Mit zunehmendem Alter und Größe wächst Donnerstags Zugleistung und seine Einsatzmöglichkeiten. So gehören Kinderfahrten und Schaunummern, wie Notarztwagen mit Blaulicht und Sirene genauso zu seinen Aufgaben, wie beschauliche Waldrundfahrten zum entschleunigen.

Bis Jetzt laufe ich beim Fahren immer noch neben Donnerstag und Klaus sitzt meist mit Einspännerleine auf dem Wagen um Ihn allmählich an das Fahren mit der Leine zu gewöhnen.
In Vorbereitung darauf habe ich mit Donnerstag an der Doppellonge gearbeitet. Zu diesem Zweck habe ich neben der Kinnkette, die nach links wirkt (an der ich Ihn mit der Stange auch führe) eine Kette über die Nase angebracht, die nach rechts wirkt.

Wichtig ist, ein Schritt nach dem anderen, Regelmäßigkeit und mit Gefühl für das Tier an neue Aufgaben gehen.

Ein kleiner Tipp: Während der Arbeit Belohnungshäppchen ja aber nicht am Wegesrand fressen lassen!

Geht es mal nicht weiter hilft meist eine Möhre vor der Nase, jemand der vorgeht oder ein Schritt zurück an bewährte Arbeitsaufgaben.

Donnerstag geht an der Doppellonge hervorragend durch Wald und Dorf.

Weiterführend schleppt er jetzt auch unsere Reitplätze. Anfangs musste jemand vorne weg laufen. Doch nach dem 3. Mal gehter auch alleine von hinten gefahren.

In der Zwischenzeit habe ich mir einen originelleren Ackerwagen zugelegt.
Den neuen Wagen akzeptierte er ohne Probleme. Er ließ sich auch sofort vom Wagen aus fahren. Scheut er vor irgendetwas, läuft Klaus vorn weg und kann dann wieder auf den Wagen.
Durch Wald und Flur geht er hervorragend, nur durch den Ort muss manchmal einer vor laufen.

Ein kleines Video auf Youtube:

"Spazierfahrt mit Donnerstag dem Ungarischen Steppenrind"

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